Spezielle Förderung in kulturellen Projekten


Eine HOT-Gruppe im KIKU

Wie funktioniert Sprachförderung in kulturellen Projekten? Und wie funktionieren Kulturprojekte, die gleichzeitig Sprachförderung sind?

Ein wesentlicher Grund für den sprachförderlichen Erfolg unserer Projekte ist die Tatsache, dass Kulturprojekte ein fassliches Ziel haben, auf das mit den Kindern hingearbeitet wird. Denn die Sprache ist hier ein Mittel, das dringend gebraucht wird. Das wirkt motivierend und bringt die Kinder dazu, viel Neues zu lernen, häufig ohne es wirklich zu merken.

Unsere Anleiter, zumeist Künstler*innen und Kulturpädagog*innen, haben aber immer einen Blick auf die sprachliche Bildung. So werden die Arbeitsprozesse sprachförderlich gestaltet, es wird verschriftlicht und wiederholt. Aber eben nicht als von allen Inhalten losgelöste Übung, sondern eingebunden in die Prozesse und Abläufe des Projektes.

Wie man eine echt antike Schatzkarte herstellt - ein Arbeitsblatt aus einer HOT-Sitzung.

HOT – systematisch, handlungsbezogen Deutsch lernen

Eine besondere Form der sprachlichen Förderung ist der HOT (Handlungsorientier Therapieansatz). Diese Methode wurde von Marianne Reddemann-Tschaikner im Werner-Otto-Institut entwickelt. Dabei wird in Einzelsitzungen oder, wie im KIKU, in kleinen Gruppen pro Sitzung ein Thema behandelt. Die Themen sind kleine Aufgaben, die in einem systematisiertem Ablauf bearbeitet werden. 

Fünf Schritte zum Erfolg

Zunächst wird das Thema vorgestellt und die dafür notwendigen Geräte und Zutaten (z. B. für eine kleine Bastelaufgabe) vorgestellt und besprochen. Danach erfolgt eine Visualisierung dieser Gerätschaften in Bildern, die von den Kindern aufgeklebt werden. Schließlich wird der Handlungsablauf geplant und durchgeführt. Als fünfter Schritt erfolgt nochmals eine Visualisierung, die den Handlungsablauf ins Bild bringt. So entsteht bei den Kindern eine klare Struktur, die Begriffe und Gegenstände, Handlung und Sprache in eine enge Beziehung setzt. Da die Handlungen der Kinder von dem Anleiter oder der Anleiterin auch jeweils sprachlich begleitet werden, machen die Kinder "nebenbei" große sprachliche Fortschritte.

Alle KIKU-HOT-Gruppen bestehen aus Kindern, die erst seit Kurzem in Deutschland sind, häufig Kinder mit einer Flucht-Biographie. HOT wird auch in der Flüchtlingsunterkunft Mattkamp für Erwachsene durch den Verein Kulturkaviar angeboten.

HOT für DaZ

Wir konzentrieren uns auf HOT für DaZ-Kinder. Es geht also bei uns weniger um die Diagnose und Behebung von Sprachentwicklungsstörungen als um eine strukturierte Form der Versprachlichung jeweils bestimmter Handlungen mit dem Ziel, DaZ-Kinder in das deutsche Sprachsystem einzuführen und einzugewöhnen. Das Vokabular verfestigt sich sowohl beim Tun als auch durch die gemeinsame sprachliche und bildliche Rekapitulation der Handlungen im Nachgang. Und Spaß soll's natürlich außerdem machen

Die Gabriele-Fink-Stiftung fördert die Einführung des HOT im Rahmen von auf Schulen bezogenen Aktivitäten.